Gitarre lernen mit YouTube: Warum „kostenlos“ seinen Preis hat

Geschrieben von

Christian

am

7. September 2026

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Kostenlos Gitarre lernen mit YouTube – klingt nach der perfekten Lösung. Aber die schiere Menge an Videos hat einen Haken: Wer als YouTuber erfolgreich sein will, muss ständig neuen Content liefern, egal ob's was zu sagen gibt oder nicht. Was dabei auf der Strecke bleibt und wie du trotzdem den Durchblick behältst, erzähle ich dir in dieser Folge.

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Gitarre lernen ohne Lehrer: Der Haken an „kostenlos“ auf YouTube

Lass uns mal darüber reden, welche Herausforderungen du heute hast, wenn du dir selbst das Gitarrespielen beibringen willst. Auf den ersten Blick ist das aktuell super leicht: Es gibt zu praktisch jedem Thema ein Video. Dank YouTube kannst du dir angucken, wie du deine Kaffeemaschine reparierst – genauso wie du dir angucken kannst, wie Gitarrespielen geht.

Das ist eigentlich etwas Gutes. Aber eben auch nur eigentlich.

YouTube verdient Geld – und da, wo Geld verdient wird, sind Schattenseiten nicht weit

Ich will Gitarren-YouTuber damit nicht verurteilen. Es liegt einfach in der Natur der Sache: Wenn etwas erfolgreich ist, gibt es sehr viele, die es machen. Und genau diese schiere Menge an Videos ist meiner Meinung nach das eigentliche Problem.

Wenn du hin und wieder mal ein Video machst, ist das für dich nicht existenziell wichtig. Aber wenn du YouTuber bist und davon leben willst, musst du regelmäßig posten – mindestens einmal, besser zweimal die Woche. Das heißt: Du musst auch dann ein Video machen, wenn du eigentlich gar nicht genau weißt, worüber. Und dann greifst du notfalls das auf, was dein Kollege gemacht hat – vielleicht nicht gestern, aber letztes Jahr. So wird ein Thema immer wieder durchgekaut.

Gib zum Beispiel mal „Pentatonik“ bei YouTube ein und schau, wie viele Videos es dazu gibt. Alle haben angeblich den besten Hack. Manche sagen dir sogar, du brauchst die Pentatonik überhaupt nicht – Hauptsache, du klickst ihr Video. Es geht um Aufmerksamkeit, und die Konkurrenz darum ist schon immer riesig gewesen.

Der neueste Hack klingt gut – bringt dich aber nicht weiter

Wenn so viele Leute ständig um Aufmerksamkeit kämpfen, entstehen genau solche Videos: „Der neue Hack, mit dem du endlich Gitarre lernst“ oder „Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich mir Stunden an Übung erspart“. Davon gibt’s aktuell extrem viele – einfach damit du draufklickst.

Und ja, ehrlich gesagt: Sowas ist auf den ersten Blick auch interessant. Wer würde nicht gerne Übungsstunden sparen? Aber eben nur auf den ersten Blick. Letztendlich führt kein Weg am Üben vorbei. Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung – das sind aber langweilige Themen. Genau die Dinge, die dich wirklich weiterbringen, klingen erst mal ziemlich uninteressant.

Gute YouTuber haben nicht die meisten Abonnenten

Deswegen sind die wirklich guten YouTuber – zumindest meiner Meinung nach, und ich bin da natürlich auch nur ein Mensch mit eigenen Vorlieben – nicht unbedingt die mit den höchsten Abonnentenzahlen. Es gibt welche, die dir wirklich was beibringen und nicht einfach nur dem neuesten Trend hinterherlaufen.

Wenn du so jemanden gefunden hast – einen netten Kerl zum Beispiel, dem du gerne zuhörst und der dir wirklich hilfreiche Sachen zeigt – dann hat der meistens auch einen Kurs im Angebot: Gitarre für Einsteiger, Rock-Gitarre, Blues-Gitarre, was auch immer. Und da denkst du dir vielleicht: Okay, das spricht mich an, das kauf ich mir.

Das kann durchaus Sinn machen. Denn genau die langweiligen Grundlagen-Videos, die bei YouTube nicht nach vorne gespült werden und die du als Anfänger vielleicht nie zu Gesicht bekommst, weil du gar nicht weißt, wonach du suchen sollst – die bekommst du in so einem Kurs gebündelt.

Du kaufst nicht das Wissen – du kaufst die Struktur

Wenn du dir so einen Kurs holst, bekommst du nicht das Wissen selbst. Das ist kostenlos, das kriegst du überall. Du bekommst die Struktur: Was lernst du zuerst, was kommt danach, was kommt als Nächstes. Genau diese Struktur kaufst du dir eigentlich mit so einem Videokurs.

Ich persönlich finde solche Kurse aber ziemlich teuer. Zwei-, dreihundert Euro, manchmal auch vierhundert Euro für ein paar Videos – das muss man sich mal vorstellen. Aber es gibt sie, und für manche Leute macht das durchaus Sinn: für alle, die keine Lust haben, stundenlang vor dem Rechner zu sitzen und sich Videos anzugucken, die am Ende vielleicht doch nicht so wichtig für sie waren. Für die ist so ein Kurs eine echte Zeitersparnis.

Ich selbst mach das nicht. Ich guck mir lieber die Videos einzeln an, nehme aus jedem etwas mit und erweitere damit Stück für Stück mein eigenes Gitarrenwissen – in der Hoffnung, dass daraus irgendwann ein großes Ganzes wird.

Der Vergleich zum Gitarrenlehrer

Wenn du zu einem Gitarrenlehrer gehst – und nehmen wir mal an, du hast einen guten erwischt – dann sagt der dir sofort, was du lernen sollst. Du musst nicht stundenlang suchen oder dir erst Videos angucken und denken „komm doch mal zum Punkt“. Bei einem Lehrer kannst du unterbrechen und sagen „guck, das kann ich schon“. Du bekommst genau das Wissen präsentiert, das du in dem Moment brauchst. Dafür sind Gitarrenlehrer perfekt.

Aber hier geht’s ja genau darum, es ohne Gitarrenlehrer zu machen. Und da führt kein Weg daran vorbei, Zeit zu investieren – entweder Geld für einen Onlinekurs, in der Hoffnung, dass er gut ist, oder eben Zeit, um dich selbst zu bilden. Wenn du merkst „Pentatonik hab ich jetzt schon dreimal gehört, das scheint wichtig zu sein“, dann vertiefst du dich eben da rein, guckst dir ein paar Pentatonik-Videos an, dann vielleicht ein paar zum Akkordaufbau – und baust dir so nach und nach dein Gitarrenwissen auf. Das geht auch. Zumindest ist das, was ich mache.

Warum ich weiß, wovon ich rede

Ich bin selbst Anfänger. Früher hab ich mal Gitarre gespielt, ein paar Akkorde kann ich noch im Schlaf – aber das war’s dann auch schon. Alles, was darüber hinausgeht, gerade was E-Gitarre angeht, guck ich mir aktuell selbst Stück für Stück an. Deswegen weiß ich auch so gut Bescheid: Ich schau mir wirklich all diese Videos an.

Und mittlerweile hab ich mir so viele angeguckt, dass ich merke: Manche machen einfach nur Effekthascherei und wollen dir irgendwelche Produkte verkaufen – ich bleib selbst ab und zu an Produktvideos zu Verstärkern oder Gitarren hängen. Bei anderen hoffe ich, dass sie mir wirklich was beibringen, weil sie genau danach klingen – und am Ende bleibe ich enttäuscht zurück und denke mir „guck dir lieber was anderes an“. Aber es gibt auch ein paar wirklich gute YouTuber, die ich mir regelmäßig ansehe – über die rede ich in Zukunft bestimmt auch mal ausführlicher.

Was jetzt kommt

Solche Leute, denen es wirklich ums Lernen geht und nicht nur darum, den nächsten Kurs zu verkaufen, gibt es – sie sind nur selten. Wenn du sie gefunden hast, merkst du auch: Es gibt keine Abkürzung. Es bedeutet viel Übung. Was genau du üben solltest – das kann ich dir zumindest aus meiner eingeschränkten Anfängersicht zeigen: was ich gerade übe, was ich gerade mache. Genau das bringe ich dir in den nächsten Artikeln oder Podcast-Folgen näher – vielleicht ist ja das eine oder andere für dich dabei. Und wo es passt, verlinke ich dir auch die Videos, aus denen ich selbst was gelernt habe, denn von Videos lernt man am Ende immer noch am besten.

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